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NEW LANDMARK - NEUES WAHRZEICHEN FUER BERLIN

Press info – presse Information – press information

Press release – presse Bekanntmachung

 

Betrifft : neues Wahrzeichen fuer die Stadt Berlin – Deutschland

Conc : new landmark for the city of BerlinGermany

 

See also : www.mylifeisart.com

Siehe auch auf : www.mylifeisart.com

 

Am 2 und 3 Dezember 1989 wurde an Bord des TS Maxim Gorkiy, vor Malta stationniert, zwischen den herrn Bush sr und Michael Gorbatchov das Ende des kalten Krieges beseitigt und die entgueltige Total Eroeffnung des neuen Berlins.

 

At 2 and 3 December of 1989, laying for Malta, Mr. Michael Gorv-batchov and Mr. Bush sr met on the RUSSIAN cruise liner ts maxim gorkiy to end up finally the “cold war” and , as a consequence, to definitely reopen the beautiful city of Berlin. (That had lost its despicable wall already since November 9 1989)

 

Nur deshalb sollte das neue Wahrzeichen der Stadt Berlin den schoenen Schornstein des TS Maxim Gorkiy sein.  Als neutrales Zeichen der Einheit, und Ehrenzeichen des Guten Willens des Menschen.

 

Only for this reason, the beautiful chimney of the TS Maxim Gorkiy should be the new landmark of the city of Berlin. As neutral sign of unity and sign  of honor to celebrate the ever existing  free and good will of humanity.

 

 

Patrick gysemberg, action painter for a better world, March 2006

Aktions Mahler fuer eine bessere Welt, Maerz 2006

 

 

Kuerzes Interview mit dem Mahler :

Short INTERVIEW WITH THE PAINTER /

 

Frage : wie sind sie eigentlich auf diese Idee gekommen?

Question : how did you come up with the idea of painting this chimney?

 

Antwort : auch einen sehr schoenen Guten Morgen gewuenscht! Ich hatte den Schornstein bereits laenger her gemahlt. Weil ich ihn toll fand. Ein schoener Form und vor allem : einmahlig.

Answer : also a very good morning to you! I have painted the chimney of the TS Maxim Gorkiy already two times and earlier in life. Because I liked it very much. It has a very nice form and it is unique in the whole world.

 

Frage : und warum soll ers das neue Wahrzeichen von Berlin werden?

Question : and why should it be the new landmark of Berlin?

 

Antwort : als ich vor ein par wochen einige meiner Bilder zum Gallery 24 fuhr, konnte ich feststellen wie dynamisch sich Berlin heutzutage aendert. Es ist unwahrscheinlich zu sehen wie die Stadt sich wieder vereint. Und da kam ich auf die Idee um diese Wiedervereinigung, die noch immer ernsthaft und intesiv im Gange ist, zu unterstuetzen mit meinem Bild und das neue “Wahrzeichen”.  Es soll eine Stimulanz fuer die Berliner sein. Eine Anerkennung von dem was Sie schon bis Heute  ermoeglicht haben. Es ist wirklich fabelhaft.

Berlin ist wirklich eine traumhaft schoene Stadt und bietet jetzt ungekannte Moeglichkeiten. Dass haben die Berliner immer gewusst. Deswegen diese Anerkennung.  Es soll einen “oskar” sein fuer die Berliner!

 

Answer: A few weeks ago, I delivered a few of my paintings to Gallery 24 in Berlin and I was able to detect how dynamically Berlin was changing. It is incredible to see how this city is reuniting. That is why I got the idea to support this dynamic and intensive city change

That is still going on today, with my paintings( I made two of them) and the new landmark. It should be a supportive token for the Berlin people. Because they have achieved so many things already in those past ten years. It is just incredible. That is why this recognition. It is a kind of “oskar” for the Berlin people.

 

Frage : das ist aber sehr nett von Ihnen.

Question : that is very kind of you!

 

Antwort ; ich bin ja auch eine netter Mensch! 

Answer : but I am a nice person!

 

 

Herzlichen Dank!

Gerne gemacht!

 

 

 ts maxim gorkiy mit seinem weltberuemten einmaligen Schornstein

Ts maxim gorkiy with its world famous unique chimney

 oel auf leinwand, 1m – 1m, action painting, Eigentum – Privatbesitz von Phoenixreisen Bonn, Reiseveranstalter des TS Maxim Gorkiy,

Oils on canvas 1m – 1m, action painting,  now privately owned by

Phoenix Reisen GmbH
Pfälzer Strasse 14
53111 Bonn

 

oel auf leinwand, 1m auf 1m,

 

letztes mahl gesehen : GALLERY twenty-four / B E R L I N, Krossener Strasse 34, 10245 Berlin Tel +49 (30) 516 583 53 ANSCHLIESSEND VERSCHWUNDEN VORAUSSICHTLICH GESTOHLEN IN BERLIN + IF ANYONE SEES THIS STOLEN PAINTING PLEASE DO CONTACT ME THE OWNER AND PAINTER ON + 32495792336 OR BY MAIL ON PATRICK.GYSEMBERG@telenet.be

Oils on canvas 1m-1m action painting,

 

02. Dezember 1989
Malta - Treffen Gorbatschow mit Bush
Quelle: Bush 122-136


GEORGE BUSH
Wir erreichten Malta am nächsten Morgen gegen zehn Uhr bei leichtem Regen. Nach einem kurzen Treffen mit dem Premierminister von Malta, Fenech Adami, und einem Besuch des Flugzeugträgers USS Forrestal gingen wir im Hafen von La Valletta an Bord der USS Belknap, dem Flaggschiff der Sechsten Flotte. Ungefähr eine Meile entfernt lag der sowjetische Kreuzer Slava vor Anker, während das größere sowjetische Kreuzfahrtschiff Maxim Gorki am Kai festgemacht hatte. Von den drei Schiffen, die an den Gesprächen beteiligt waren, lag die Maxim Gorki also am geschütztesten. Ich bezog mein Quartier an Bord der Belknap, wo ich die bequeme Kabine unseres Gastgebers, Admiral Jonathon D. Williams, bekam. Nachdem wir uns an Bord eingerichtet hatten, konnte ich noch ein bißchen Freizeit in den Stundenplan quetschen und vom Heck des Schiffes aus angeln. Ich fing nichts, aber ein Fisch hatte immerhin angebissen.
Draußen hatte der Wind aufgefrischt, und es war böig geworden, aber als ich in der ersten Nacht zu Bett ging, hatte sich eine sanfte Windstille über das Schiff gelegt, und ich konnte hören, wie die Wellen gegen den Rumpf schlugen. Das Wetter wurde während der Nacht und im Laufe des nächsten Tages schlechter. Die stampfenden Wellen warfen unseren geplanten Tagesablauf über den Haufen, und wir mußten sogar eines unserer Treffen ganz absagen. Gorbatschow, der auf der Maxim Gorki Quartier bezogen hatte, wollte sich nicht auf die Slava wagen, wo das erste Treffen angesetzt war. Statt dessen fuhren wir auf die Maxim Gorki. Ins Beiboot zu gelangen, war eine echte Herausforderung, weil die Dünung es schwermachte, richtig Fuß zu fassen.
Die Maxim Gorki war ein herrliches Schiff, mit riesigen Spiegelglas-Fenstern. Sie war gerade überholt worden und nach Malta gekommen, um der sowjetischen Delegation und dem Stab als Wohnstätte zu dienen. Gorbatschow traf mich am oberen Ende der Treppen vor dem Salon. Er war spät am Vorabend angekommen und sah müde aus, lächelte aber. Er trug einen dunkelblauen Nadelstreifenanzug, ein cremeweißes Hemd und eine rote Krawatte. Sein Haar war grauer, als ich es vom Vorjahr in Erinnerung hatte. Er hatte Schewardnadse, Jakowlew, Bessmertnych und Anatoli Tschernjajew bei sich, dazu eine Reihe von Beratern - Valentin Falin, den früheren Botschafter in Washington Dobrynin, Achromejew, Viktor Karpow, den derzeitigen Botschafter in Washington Juri Dublnin, den Pressesprecher Gennadi Gerassimow und andere. Als Gorbatschow alle aus seiner großen Gruppe vorstellte, wurde mir bewußt, daß ich alle Teilnehmer schon zuvor getroffen hatte.
 
BRENT SCOWCROFT
Ebenso wie der Präsident kannte ich jeden einzelnen von ihnen. Trotzdem war die Atmosphäre, obwohl freundlich, nicht entspannt. Ein Hauch von vorweggenommener Spannung lag im Salon in der Luft, als wir uns über den langen Tisch hinweg begrüßten. Als Gastgeber auf dem Schiff eröffnete Gorbatschow die Sitzung mit einer formellen Begrüßung und lud den Präsidenten ein, die Eröffnungsrede zu halten. Der Präsident war angespannt, als er zu sprechen begann, deutlich nervös angesichts der Bedeutung dessen, was geschehen würde. Erst im Laufe der Ansprache wurde er lockerer.
 
GEORGE BUSH
Ich skizzierte meine Vorschläge und schlug ein Gipfeltreffen für etwa Ende Juni vor. Ich wandte mich den Hindernissen beim Handel zu. "Ich würde gerne auf das Jackson-Vanik-Amendment verzichten, das uns verbietet, Ihnen den Meistbegünstigungsstatus zu gewähren", sagte ich. "Dafür müssen zwei Dinge geschehen. Erstens leiten sie eine Änderung Ihrer Ausreisegesetze ein und stellen für das nächste Jahr eine Änderung der Praxis in Aussicht. Zweitens erfordert unser Gesetz ein Handelsabkommen, bevor der Meistbegünstigungsstatus gewährt werden kann. Lassen Sie uns sofort mit Verhandlungen darüber beginnen. Ich werde die amerikanische Seite zur Eile mahnen. Ich will, daß das abgeschlossen wird - wenn sich das unter den Spitzenbeamten in meiner Regierung noch nicht herumgesprochen hat, werde ich dafür sorgen, daß dies geschieht. Ich würde ein Abkommen gerne bis zu unserem Gipfel im Jahr 1990 unter Dach und Fach bringen ... " Ich beschrieb einige der schwierigen Probleme. Eines war die Menschenrechtslage und sowjetische Familien, die getrennt worden waren und zum Teil in den Vereinigten Staaten lebten. Während ich sprach, überreichte James Baker Gorbatschow eine Liste mit Härtefällen. Gorbatschow merkte an, daß die US-Botschaft nicht in der Lage gewesen war, mit der Flut von Ausreiseanträgen fertig zu werden. Er versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern.
Ich brachte Mittelamerika aufs Tapet, das strittigste Thema zwischen unseren Ländern. Ich erklärte, daß mich die Staatsoberhäupter der anderen Länder dort drängten, ihn zu bitten, er möge Castro dazu bewegen, seine Revolution nicht länger in die dortigen Demokratien exportieren zu wollen. "Dies ist für sich gesehen der schlimmste Anlaß zu Unstimmigkeit in einer Beziehung, die sonst in die richtige Richtung zeigt", sagte ich. "Nicht nur der rechte Flügel in den USA sagt das. Die Bedenken liegen tiefer. Ich bin mir bewußt, daß dies für Sie ein sensibler Bereich ist, aber in den USA fragen so manche: 'Wie können die Sowjets all dieses Geld nach Kuba schaufeln und trotzdem um landwirtschaftliche Kredite bitten?' ... In Nicaragua hat man Herrn Schewardnadse bei seinem Besuch versprochen, keine Waffen zu liefern. Die Sandinisten schulden Ihnen eine Erklärung." Die Lösung, so fügte ich hinzu, seien ehrliche Wahlen und eine Machtübergabe. "Rüstungskontrolle", fuhr ich fort: "Ich möchte die chemischen Waffen loswerden. Ich meine es ernst." Ich hatte einen Vorschlag, der Konzessionen von unserer Seite enthielt. Wenn die Sowjetunion einer Initiative über chemische Kriegsführung zustimmen würde, die ich im September in meiner Rede vor den Vereinten Nationen bekannt gemacht hatte, würde ich die Modernisierung unseres Chemiewaffenprogramms stoppen, sobald eine weltweite Ächtung in Kraft war. Ich wollte außerdem, daß der Vertrag über die konventionellen Streitkräfte in Europa 1990 unterzeichnet und bei den START-Verhandlungen Dampf gemacht wird. Ich skizzierte die veränderten Positionen, die wir bei den Verhandlungen einnehmen konnten, um Bewegung in die Sache zu bringen. Ich bat ihn, Details aus dem Militärhaushalt, allgemein dem Bereich der Streitkräfte, sowie der Waffenproduktion zu veröffentlichen - ebenso wie die Vereinigten Staaten das tun. "Als ehemaliger CIA-Mann will ich hoffen, daß Sie diese Zahlen vor unserem Treffen vom KGB bekommen haben."
"Dort sagt man mir, daß Sie nicht alles veröffentlichen", sagte Gorbatschow mit der Andeutung eines Lächelns.
"Ich hoffe, Sie können das als eine vertrauensbildende Maßnahme sehen", sagte ich. Ich schloß meinen Vortrag mit einer Aufzählung von anderen Gebieten, in denen wir zusammenarbeiten konnten, etwa Umweltschutz, Wissenschafts- und Jugend-Austausch. "Jetzt sind wir am Ende meiner nicht vorhandenen Tagesordnung", sagte ich im Scherz.
 
BRENT SCOWCROFT
Bakers Plan hatte funktioniert: Was auch immer Gorbatschow ursprünglich als erste Stellungnahme im Sinn gehabt haben mag, der Präsident hatte ihm offensichtlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er schien in Verlegenheit zu sein, nachdem er unter der Lawine unserer Vorschläge begraben worden war. Er erholte sich schnell und hielt einen achtbaren Vortrag, aber alle unsere Befürchtungen, daß wir beim ersten Schlagabtausch in die Defensive gedrängt werden könnten, hatten sich gelegt.
 
GEORGE BUSH
Gorbatschow machte eine Pause, bevor er mir antwortete. "Das war sehr interessant", sagte er langsam. "Es zeigt mir, daß die Regierung Bush schon entschieden hat, was sie tun will." Er las seine eigenen Notizen über seine Weltsicht aus einem kleinen, orangefarbenen Heft vor. Ach glaube, es ist wichtig für uns beide, die Zeit des kalten Krieges einer Gesamtbewertung zu unterziehen. Man kann Geschichte nicht umschreiben. Was geschehen ist, ist geschehen - das ist das Privileg der Geschichte. Aber es ist unser Privileg, sogar unsere Pflicht, zu untersuchen, was geschehen ist... Wir alle fühlen, daß wir jetzt an einer Zeitenwende der Geschichte stehen. Wir müssen uns mit völlig neuen Problemen befassen, die wir nicht vorausgesehen haben und von denen wir nicht erwartet haben, daß sie so brisant werden könnten. Nun stellt sich die Frage, ob wir diese Probleme in der gleichen Weise angehen sollen wie in der Vergangenheit." Er führte aus, daß in den USA von einigen die Meinung vertreten werde, daß die alte Sichtweise richtig gewesen sei und wir jetzt nur die Früchte unserer Politik ernten müßten. "Aber ich weiß, daß Sie nicht dieser Ansicht sind", sagte er. "Ich weiß, daß Sie die Ansicht von Experten eingeholt haben, aber was Sie heute gesagt haben, zeigt, daß Präsident Bush seinen eigenen Verstand hat und sich dies gut in die Herausforderungen unserer Zeit fügt."
Er skizzierte die neue Welt, die sich seiner Ansicht nach entwickelte - eine multipolare Welt mit einem integrierten Europa und einem starken Japan und China. Auch Indien würde an Dynamik gewinnen. Er konnte sich vorstellen, daß neue, gewaltige Fragen ins Spiel kommen würden, die alle mit dem Wettbewerb um begrenzte Ressourcen zu tun hätten. "In der Sowjetunion haben wir seit einiger Zeit über dies alles nachgedacht. Die Vereinigten Staaten und die UdSSR sind dazu verdammt, noch lange Zeit zusammenzuarbeiten, aber wir müssen unsere gegenseitigen Feindbilder aufgeben."
Gorbatschow sagte, er rede nicht einer amerikanisch-sowjetischen Koalition das Wort, sondern beschreibe nur die Realität. "Ich stelle nicht unsere Verantwortung als Alliierte oder andere frühere Kooperationsmodelle in Frage", sagte er. "Aber es muß neue Modelle der Zusammenarbeit geben, die die neuen Realitäten anerkennen. " Es sei gefährlich für beide, die Interessen der anderen Seite zu ignorieren. "Die Vereinigten Staaten haben veraltete Ansätze noch nicht völlig abgelegt. Ich kann auch für uns nicht in Anspruch nehmen, daß wir das getan hätten. Manchmal haben wir das Gefühl, daß die Vereinigten Staaten andere belehren oder Druck ausüben möchten. Wir sind uns der Schwierigkeiten, das abzustellen, bewußt. Ich will Ihre Antwort hören, weil das ein Weg ist, wie wir Brücken über die Flüsse schlagen werden, anstatt auf verschiedenen Ufern zu bleiben ... "
"Ich hoffe, Sie haben bemerkt, daß wir während der rasanten Dynamik der letzten Monate nicht mit Angeberei oder Überheblichkeit reagiert und die Beziehungen zur Sowjetunion belastet haben", antwortete ich. "Was ich sage, mag nach Eigennutz klingen. Man hat mich vorsichtig und kleinmutig genannt. Nun, ich bin vorsichtig, ohne kleinmütig zu sein. Aber ich habe versucht, mich in einer Weise zu benehmen, die dazu angetan war, Ihnen Ihr Leben nicht schwerer als nötig zu machen. Deswegen bin ich auch nicht auf der Mauer hin und her gesprungen."
"Ja, das haben wir mit Wohlwollen bemerkt", sagte Gorbatschow. "Wir haben etwas Sorgen wegen einer anderen Sache: Ihre Aktionen auf den Philippinen." Bezüglich Südamerika handele es sich bei den Waffenlieferungen um ein Mißverständnis. "Wenn wir Ihnen etwas versprechen, dann wollen wir unsere Zusagen immer einhalten, denn sonst verlieren Sie Ihr Vertrauen in unsere Beziehung. Wir wollen Sie überzeugen, daß wir keine politischen Spiele spielen. Wir haben zugesagt, daß wir keine Waffen nach Nicaragua liefern werden, und daran haben wir uns gehalten." Nach dem Absturz des Flugzeuges, sagte er, hatte er die Nicaraguaner und die Kubaner angerufen. Beide hätten beteuert, nichts mit dem Vorfall zu tun zu haben. ~Wir werden unser Wort halten", versprach er.
"In Nicaragua gibt es politischen Pluralismus", fuhr er fort. "Das hat nichts mit Marxismus zu tun. Es ist lächerlich, bei den Sandinisten von Marxisten zu sprechen. Die Wurzeln der gegenwärtigen Lage in Nicaragua sind historischer und wirtschaftlicher Natur. Ich kann nicht verstehen, warum die Entwicklung dort für Sie so unakzeptabel ist. Sie werden nach den Wahlen eine neue Regierung bekommen. Lassen wir doch die UNO und die anderen Lateinamerikaner die Wahlen beobachten. Offen gesagt, wir haben da keine ausgeprägten Interessen. Bezüglich Kuba: Castro ist ohne unsere Hilfe hochgekommen ... Eigentlich läßt er sich von niemandem Befehle geben, wirklich von niemandem. Castro hat seine eigene Meinung über die Perestroika, und er sagt, was er denkt." Gorbatschow lachte. "Aber wir brauchen gegenseitiges Verständnis. Wir wollen keine Brückenköpfe in Kuba und Mittelamerika. Wir brauchen das nicht. Davon müssen Sie sich überzeugen."
Ich war über diese erste Sitzung hoch erfreut. Mit der Vielzahl der anwesenden Personen war es nicht gerade das kleine Treffen ohne Agenda, das ich ursprünglich im Sinn gehabt hatte. Unsere Ankündigungen waren jedoch gut durchdacht gewesen, besonders von Scowcroft und Baker, und sie waren gut aufgenommen worden. Trotzdem glaube ich, daß Gorbatschow erleichtert war, als wir uns gegen Mittag alleine unterhalten konnten. Bei dieser Sitzung trafen sich nur Scowcroft, unser Übersetzer und ich selbst mit Gorbatschow, Tschernjajew und deren Übersetzer.
Gorbatschow redete mir zu, ich solle mit Castro sprechen. "Meine Gespräche in Kuba waren nicht einfach", sagte er. "Castro machte keinen Hehl aus seinen Bedenken gegenüber unserer Politik der Reformen - ich habe ihm gesagt, daß unsere Ziele ehrenwert sind ... Er bat mich praktisch um Hilfe bei der Normalisierung der amerikanisch-kubanischen Beziehungen ... Ich sage das hier zum ersten Mal unter dem Siegel der Verschwiegenheit", sagte Gorbatschow.
"Lassen Sie uns bei Castro mit offenen Karten spielen", antwortete ich. "Unsere Verbündeten verstehen nicht, warum wir so starkes Interesse an Mittelamerika haben. Für sie ist es einfach kein Thema. Für die politische Linke in den Vereinigten Staaten ebenfalls nicht. Aber für die jungen Demokratien in Lateinamerika, die gerade flügge werden, und für die amerikanische Rechte ist es ein ganz zentrales Thema. Castro ist da wie ein Treibanker auf Ihrem Weg und dem Weg der westlichen Hemisphäre zur Demokratie."
Gorbatschow hatte gesagt, daß die Sandinisten nichts mit Marxismus zu tun hätten. "Ich bin geneigt, Ihnen zuzustimmen - früher habe ich das nicht so gesehen", sagte ich. "Aber ich bin davon überzeugt, daß sie ihre Revolution exportieren. Sie schicken Waffen. Was auch immer sie Ihnen gesagt haben, sie unterstützen die FMLN, die linksgerichteten aufständischen Truppen in EI Salvador. Ich bin überzeugt, daß es weitere Lieferungen von Hubschraubern aus der Sowjetunion nach Nicaragua gibt." Ich sagte ihm, daß ich eine Lösung darin sehe, daß überprüfbare Wahlen abgehalten wurden und Daniel Ortega sich nicht an die Macht klammerte, wenn die Ergebnisse nicht dafür sprachen. Was die USA anging: "Wenn es freie Wahlen sind, werden wir sie anerkennen", sicherte ich ihm zu. Der andere Krisenherd in Mittelamerika war Panama, wo Manuel Noriega weiterhin ein Problem für uns darstellte. Ich sagte im Vertrauen, daß wir schwerwiegende Anklagen gegen ihn vorbereiteten. (Die militärischen Operationen zur Wiedereinsetzung der Demokratie in Panama erfolgten erst am 26. Dezember.)
"Lassen Sie mich erklären, wie Ihre Schritte in der Sowjetunion wahrgenommen werden", sagte Gorbatschow energisch. "Die Leute sagen: Gibt es denn gar keine Grenzen für die Einmischung der USA in unabhängigen Staaten? Die Vereinigten Staaten fällen ein Urteil und vollstrecken es auch gleich."
Ich brachte das Gespräch auf die Philippinen, die Gorbatschow bereits in dem vorhergehenden Treffen angesprochen hatte. Ich fand, daß das ein Lehrbuchbeispiel für ein positives Engagement der USA war. "Da gibt es eine bunt zusammengewürfelte Gruppe im Militär, angeführt von Oberst Honasan", sagte ich. "Die demokratisch gewählte Präsidentin bittet um Hilfe, damit der Palast nicht von den Rebellen bombardiert wird. Es ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, daß das in der Sowjetunion Probleme bereiten könnte - obwohl ich zugeben muß, daß ich es wahrscheinlich trotzdem getan hätte. "
"In der Sowjetunion sagen so manche, die Breschnew-Doktrin würde durch die Bush-Doktrin ersetzt werden", sagte Gorbatschow schwungvoll. Ich erinnerte ihn daran, daß die Philippinen eine Demokratie waren, die um Hilfe gegen aufständische Mörder gebeten hatte.
"Zugegeben, sie ist eine Demokratie", sagte Gorbatschow. "Es hängt vom Kontext ab. In Osteuropa gibt es legal gewählte Regierungen, die jetzt ersetzt werden. Die Frage bei den Auseinandersetzungen in Osteuropa ist: Was passiert, wenn jemand um die Intervention sowjetischer Truppen bittet? Alles hängt jetzt zusammen. Es werden schon Stimmen laut, die sagen, daß wir unseren Pflichten gegenüber unseren Freunden nicht nachkommen würden. Aber wir sind- auch nicht gefragt worden."
" In Osteuropa sind die Veränderungen friedlich verlaufen, und Sie haben dazu aufgerufen", antwortete ich. "Auf den Philippinen versucht ein Oberst, sich den Weg zur Macht freizuschießen."
Gorbatschow nickte. "Friedliche Veränderungen sind der richtige Weg", sagte er. "Unsere Haltung heißt Nicht-Einmischung. Ein Veränderungsprozeß kann schmerzlich sein. Überall finden sich Obristen, die nur zu gerne solche Aufgaben übernehmen würden."
Er wechselte das Thema zu Osteuropa und Deutschland und kündigte an, er lege großen Wert auf drei Aspekte. Erstens: "Die Richtung der Veränderungen in der Sowjetunion und Osteuropa bringt uns näher zusammen - das ist wichtig." Zweitens gefiele es ihm nicht, wenn einige Politiker in den USA forderten, die Einheit Europas müsse auf westlichen Werten basieren. "Man hat uns Ideologieexport vorgeworfen ", fügte er hinzu. "Genau das wird jetzt von einigen vorgeschlagen - wenn auch nicht von Ihnen." Drittens und letztens: "Herr Kohl hat es bei der deutschen Frage allzu eilig. Das ist nicht gut."
Gorbatschow vermutete, daß Kohls jüngste Äußerungen vom 28. November, als er im Nachhall des Mauerfalls einen Plan zur engeren Verbindung der beiden deutschen Staaten vorgestellt hatte, vor allem von "Wahlkampftaktik" motiviert gewesen waren. Er schlug vor: "Wir sollten Kohl wissen lassen, daß dieser Ansatz Schaden anrichten kann." Es gab auch ungelöste Fragen. "Würde zum Beispiel ein vereintes Deutschland außerhalb der Bündnisse bleiben oder in der NATO? Es ist zu früh für eine Antwort; wir sollten hier nicht drängeln. Wir sollten das seinen natürlichen Gang gehen lassen. Sie und ich sind nicht für die Teilung Deutschlands verantwortlich. Lassen wir die Geschichte entscheiden,. was geschieht. Wir müssen uns hier richtig verstehen."
Ich erzählte Gorbatschow von meiner Ansicht, daß Kohl eine enorme emotionale Reaktion auf die Geschehnisse bemerkte. 4n seinen Vorschlägen ist einiges politisch motiviert, anderes aber rein emotional", gab ich zu. "Ich glaube, er weiß um die Probleme für seine Verbündeten. Auch wenn sie das Recht des deutschen Volkes auf Wiedervereinigung anerkennen, haben sie doch höchstpersönlich Vorbehalte dagegen."
"Ja, ich weiß", antwortete Gorbatschow, "und das sagen sie mir auch. Aber im Gegensatz zu dieser - und zu Ihrer - Meinung behaupte ich: Es gibt zwei deutsche Staaten, die von der Geschichte geschaffen worden sind. Also lassen wir doch auch die Geschichte den weiteren Verlauf bestimmen. Kohl hat mir versichert, er werde sich an die Vereinbarungen halten, die wir im Mai in Bonn getroffen haben. jetzt will er sich mit mir am Telefon unterhalten, und Genscher kommt persönlich. Ich denke, in diesem Bereich ist besondere Vorsicht angebracht."
Ich nickte: "Wir werden nichts tun, was fahrlässig die Wiedervereinigung beschleunigen könnte", sagte ich. "Ich bin mir sicher: Wenn Sie mit Kohl sprechen, werden Sie sehen, daß er mit uns übereinstimmt ... Ich werde wieder 'kleinmutig' sein - so hat Senator Mitchell meine Weigerung genannt, mich auf der Mauer zu zeigen. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür, sich in die erste Reihe zu stellen oder Schritte zu unternehmen, die gut aussehen mögen, aber eigentlich verantwortungslos sind."
"Die Zeiten, in denen wir leben, sind von großem Verantwortungsbewußtsein gekennzeichnet - großen Möglichkeiten, aber auch großem Verantwortungsbewußtsein", sagte Gorbatschow.
 
BRENT SCOWCROFT
Nach etwa viereinhalb Stunden auf der Maxim Gorki fuhren wir zurück auf die Belknap. Das Wetter hatte sich weiter verschlechtert. Die Wellen waren riesig, sogar im Hafen, und der Wind heulte. Wir hatten größte Schwierigkeiten, an Bord des Schiffes zu gelangen und schafften es eigentlich nur wegen der großen Erfahrung der Mannschaft der Admiralsbarkasse. Die Wellen hoben die Barkasse von einer Sekunde auf die andere fünfzehn Fuß hinauf, und auf die Gangway der Belknap zu gelangen war sehr heikel. Die Barkasse zertrümmerte die Plattform an der Steuerbord-Seite, aber es gelang uns schließlich, auf die Backbord-Plattform zu kommen. Die Mannschaft hatte Angst, daß die Barkasse auch diese Plattform zerstören könnte, denn in diesem Fall hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben, an oder von Bord des Schiffes zu gehen, bis die See sich beruhigt hatte - Hubschrauber kamen bei dem Wetter nicht in Frage.
Bei Einbruch der Dunkelheit rollte das Schiff wie verrückt. Der Sturm hielt alle unsere Leute, die sich an Land befanden, davon ab, auf das Schiff zu gelangen. Wir selber konnten es nicht verlassen, obwohl wir vor Anker lagen. Gorbatschow konnte an diesem Abend nicht auf die Belknap zum Essen kommen, also aßen wir ein herrliches Menü, das für ihn gedacht gewesen war - Hummer, Schwertfisch und so weiter. Da saßen also die beiden Führer der Supermächte nur einige Hundert Meter von einander entfernt und konnten nicht zusammen essen. Der Sturm hatte uns vom Rest der Welt abgeschnitten, und obwohl die Gespräche recht gut verliefen, wenn wir uns treffen konnten, hatten wir keine Ahnung, wie sie dort aufgenommen wurden.
 
GEORGE BUSH
Ich spazierte an Deck und sprach mit der Mannschaft vorne am Bug, wo die Gischt und der Regen mit voller Wucht niedergingen. Das Rollen des Schiffes erinnerte mich an meine Zeit an Bord meines alten Flugzeugträgers USS San Jannto und wie wir darauf so manchen Sturm im Pazifik gemeistert hatten. Einer der Männer warnte mich, ich solle nicht so nahe bei einer der Ankerketten im Bug stehen, weil sie festgeklampt worden war. Wenn sie sich losriß, konnte sie mir ohne weiteres mein Bein abreißen. Die See war so rauh, daß auch noch der Heckanker ausgeworfen werden mußte. Ich ging durch den Korridor nach hinten zum Heck und kam durch die Mannschaftsmesse, wo gerade ein Film gezeigt wurde. Einige Matrosen hatten eine Kamera und baten mich um ein Foto mit mir, was Spaß machte. Ich warf einen Blick in das Quartier der Obermaate. Die Dreierkojen, die ich dort sah, erinnerten mich an die Doppelstockkojen auf der USS Finback, jenem U-Boot, das mich 1944 gerettet hatte, nachdem ich abgeschossen worden war. Die Erinnerungen kehrten alle zurück: Die stellen Leitern, die Luken, die Wasserhähne, die sich von selber abschalteten, und hier stand ich jetzt in der Dusche des Kommandanten der Sechsten Flotte. Sie funktionierte wunderbar.
 
BRENT SCOWCROFT
Wir waren völlig eingeschlossen. Ich versuchte, mit Washington zu kommunizieren, hatte aber nur mäßigen Erfolg. Das Funkpersonal war sehr hilfsbereit, aber die Ausrüstung schien nicht auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Ich stieß ein kurzes Stoßgebet aus, daß in dieser Nacht kein Krisenherd explodieren würde. Zum Glück war das nur bei der Presse der Fall.
Marlin Fitzwater war an Bord und hatte eine gemeinsame Pressekonferenz mit Gerassimow angesetzt, aber es gab keine Möglichkeit für ihn, an Land zu kommen. Er funkte Roman Popadiuk an, den stellvertretenden Regierungssprecher, der auch der leitende Beamte im Sicherheitsrat für die Öffentlichkeitsarbeit war: Er solle versuchen, das Pressegespräch abzusagen, da es offensichtlich sehr einseitig sein würde. Aber dafür war es zu spät. Gerassimow sang bereits das Hohelied auf Gorbatschow. Margaret Tutweiler, die Pressesprecherin des Außenministeriums, berichtete von einer ähnlichen Situation. Fitzwater versuchte heldenhaft, Popadiuk unsere Version von den Tagesereignissen zu funken. Popadiuk gelang es auch, daraus ein komplettes Bild zusammenzusetzen, und er und Margaret Tutweiler taten ihr Bestes, dem Eindruck entgegenzuwirken, mit dem ihre sowjetischen Kollegen hausieren gingen.
 
GEORGE BUSH
Der Sturm hatte sich bis zum nächsten Morgen abgeschwächt, und wir konnten unsere Gespräche Wieder nach Plan aufnehmen. Gorbatschow ließ sich noch immer nicht überreden, die Überfahrt auf die Slava zu riskieren, also fuhren wir zurück auf die Maxim Gorki. Er war äußerst jovial und wieder einmal sehr direkt - ein weiteres entspanntes Treffen. Gorbatschow konnte durchaus hart sein, aber er hatte einen ausgeprägten Sinn für Humor. Während wir miteinander sprachen, merkte ich, daß wir auf der gleichen Wellenlänge lagen.
"Ich möchte Ihnen und den Vereinigten Staaten sagen, daß die Sowjetunion unter keinen Umständen einen Krieg beginnen wird - das ist sehr wichtig", erzählte mir Gorbatschow. "Die Sowjetunion ist nicht länger bereit, die Vereinigten Staaten als Kontrahenten anzusehen. Statt dessen ist sie willens zu bekunden, daß unsere Beziehung eine kooperative ist.~' Es war an der Zeit, über den Rüstungswettlauf hinaus zu denken. Er beklagte sich, daß die Sowjetunion zwar eine defensive Militärdoktrin angenommen hatte, die Vereinigten Staaten und die NATO ihre Doktrin Jedoch noch nicht angepaßt hatten. Nachdem er seine Ansprache beendet hatte, überreichte er mir eine farbenprächtige Karte, auf der US-Militärbasen und Flottenverbände rund um den Erdball verzeichnet waren. "Ich weiß nicht, ob einiges überholt ist oder noch etwas hinzugekommen ist~', scherzte er. "Die Sechste Flotte [zu der die Schiffe gehörten, die wir für die Gespräche benutzten] bewegt sich Jedenfalls."
"Wo ist denn die Slava?" fragte ich lachend. Seine Karte war beeindruckend, aber nicht sehr überzeugend: Zum Beispiel war der Panama-Kanal mit einem blauen Fähnchen gekennzeichnet.
"Was hat denn der Panama-Kanal mit der Einkreisung der Sowjetunion zu tun?" fragte ich.
"Vergessen Sie den Panama-Kanal", sagte er grinsend.
"Ich schlage vor, wir sehen uns an, wie genau das ist, und werden Ihnen mitteilen, wenn es irgendwelche Probleme damit gibt", sagte ich und gab die Karte an Brent Scowcroft weiter.
Ich verlagerte die Diskussion auf Europa. "Sie sind näher dran an den Ereignissen, aber ich möchte doch einen Kommentar abgeben", sagte ich. "... Sie können nicht von uns verlangen, daß wir die deutsche Wiedervereinigung mißbilligen. Ich bin mir bewußt, daß dies ein sensibles Thema ist, und wir haben versucht, uns hier zurückhaltend zu zeigen." Ich fügte hinzu, daß wir uns der deutlichen Aussagen in der KSZE-Schlußakte von Helsinki zum Thema Grenzen völlig im klaren waren. "Wie sehen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten jenseits des Status quo?" Gorbatschow antwortete, daß seines Erachtens ganz Europa näher zusammenrücken würde. "Unser Standpunkt, und den teilen alle Europäer - mit einigen Nuancen sogar Kohl -, lautet, daß alles im Rahmen von Helsinki gemacht werden muß", sagte er. Wir mußten die Stabilität erhöhen und sicherstellen, daß wir die Instrumente, die das Gleichgewicht in Europa aufrechterhalten hatten, nicht zerstört wurden. Er schlug vor, daß der Warschauer Pakt und die NATO zukünftig eher eine politische als eine militärische Rolle spielen sollten.
Bei dem folgenden Vier-Augen-Gespräch kam ich sofort auf das Baltikum und fragte Gorbatschow über den möglichen Einsatz von Gewalt. Er beschrieb die Probleme, vor denen er stand, besonders die verschachtelten Nationalitäten der Sowjetunion. Er sagte, er sei bereit, mit den baltischen Staaten im Sinne größerer Autonomie zu verhandeln. "Aber wenn sie es auf Separatismus anlegten, wäre das dramatisch. Ich darf keine Gefährdung der Perestroika zulassen. Das würden die sowjetischen Völker nicht verstehen. Wir leben seit fünfzig Jahren zusammen. Wir sind integriert. " Er wies darauf hin, daß Millionen von Russen im Baltikum lebten. Die Hälfte der Einwohnerschaft von Estland waren Russen, sagte er, und mehr als die Hälfte von Lettland. "Unser Land ist nun einmal so beschaffen, und Separatismus weckt starke Emotionen in der Bevölkerung." Es habe eine "Abkühlung" gegeben, sagte Gorbatschow. "Aber es gibt noch Schwierigkeiten. Dies ist eine sensible Frage für uns. Ich hoffe, Sie können unsere Haltung verstehen: Hier könnten alle möglichen schrecklichen Feuer auflodern. Wenn die Vereinigten Staaten dafür kein Verständnis aufbringen könnten, würde das unsere Beziehung mehr belasten als alles andere."
"Aber wenn Sie im Baltikum Gewalt einsetzen würden - was Sie nicht wollen -, würde das einen Feuersturm hervorrufen", warf ich ein. Ich machte deutlich, daß die Vereinigten Staaten auf jeden Gewaltakt in dieser Gegend würden reagieren müssen.
"Wir wollen, daß alle gleich behandelt werden", antwortete Gorbatschow. "Wenn wir die schnelle Eingreiftruppe des Innenministeriums [MVD] aus Nagorni-Karabach abzögen [der aufständischen armenischen Enklave in Aserbaidschan], käme es zu einem [begrenzten Bürger-]Krieg. Wir engagieren uns für eine demokratische Entwicklung und hoffen, daß Sie das verstehen."
 
BRENT SCOWCROFT
In diesem Moment kam Raissa Gorbatschowa herein, um uns zu begrüßen, und die förmliche Diskussion hörte auf. Ich hatte in dem Gedankenaustausch die Überzeugung gewonnen, daß Gorbatschow genau verstanden hatte, welch neuralgische Angelegenheit die baltischen Staaten für u ns waren - und daß er sich, auch wenn seine Aussagen hier gelegentlich ein wenig lückenhaft waren, dazu bekannte, in diesem Bereich nur gewaltfreie Maßnahmen zu ergreifen.
 
GEORGE BUSH
Wir hatten mit Gorbatschow ein weites Feld von Themen abgedeckt, und trotz aller Unterschiede fand ich, daß wir viele Gemeinsamkeiten entdeckt hatten. Weil wir ein Treffen absagen mußten und über einige Themen sehr ausführlich gesprochen hatten, konnten wir nicht alles erledigen, was auf der Agenda gestanden hatte. Gorbatschow schlug vor, und ich stimmte zu, daß Baker und Schewardnadse die Gespräche fortsetzen sollten und dafür im wesentlichen freie Hand bekämen.
Wichtiger war der positive Effekt, den Malta auf meine persönliche Beziehung zu Gorbatschow hatte, die, wie ich fand, symbolisch in unserer gemeinsamen Pressekonferenz Ausdruck fand - die erste in der Geschichte der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. Die Gespräche hatten eine freundliche Offenheit zwischen uns gezeigt und eine echte Bereitschaft, die Vorschläge der anderen Seite anzuhören. Vielleicht half ihm das wachsende Vertrauen dabei, die Veränderungen in Osteuropa zu akzeptieren und voranzutreiben, weil er weniger Angst haben mußte, daß wir uns die Situation zunutze machen würden. All dies konnte für die europäische Sicherheit nur nützlich sein, während wir dort neue Herausforderungen annahmen.
 
BRENT SCOWCROFT
Das Treffen von Malta war wesentlich besser gelaufen, als ich erhofft hatte. Es waren keine bindenden Vereinbarungen ausgehandelt oder unterschrieben worden, aber der Elan, bei START und KSE sowie dem Interimsabkommen über chemische Waffen weiterzukommen, war erneuert worden. Präsident Bush hatte die beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen ausgebaut und durch die Aussicht auf Gewährung der Meistbegünstigungsklausel Schritte hin zur Normalisierung des Handels angeboten. Die wichtigste Leistung war aber der Meinungsaustausch über beinahe jedes Gebiet beiderseitigen Interesses, wodurch die Einstellung der anderen Seite bezüglich einer ganzen Reihe von Sachfragen deutlich geworden war. Das gab uns ein viel verläßlicheres Bild von den Gefahren und Möglichkeiten, vor denen wir standen. Außerdem hatten sich die Bedenken, die mich seit Monaten gegen ein Gipfeltreffen eingenommen hatten, nicht bewahrheitet. Die Presse stellte keine Betrachtungen darüber an, wer gewonnen oder verloren hatte. Vielleicht lag es an unserem langen Zögern, vielleicht an der Persönlichkeit des Präsidenten und seiner raschen Auffassungsgabe für alle Fragen, vielleicht auch daran, daß wir mit der ersten Stellungnahme des Präsidenten in die Offensive gegangen waren. Vielleicht lag es auch an keinem dieser Gründe - jedenfalls hatte Gorbatschow nicht versucht, im Mittelpunkt zu stehen oder die Ergebnisse fälschlicherweise in ein düsteres Licht zu tauchen. Wir waren zuversichtlich, daß wir ein gutes, solides Fundament für die weitere Entwicklung unserer Beziehungen geschaffen hatten, als wir uns nach Brüssel zum NATO-Gipfel auf den Weg machten, den wir zur Information der Verbündeten einberufen hatten.